Gibt es eine Seele, die sich von Geist und Psyche unterscheidet?

Die Begriffe Seele, Geist und Psyche werden häufig miteinander verwechselt oder beliebig vermischt. Aus der Perspektive von Philosophie und Religionswissenschaft, der Kulturgeschichte und Psychologie lässt Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz das Wesen, Zusammenspiel und die Abgrenzung von Seele, Geist und Psyche…

Gibt es eine Seele, die sich von Geist und Psyche unterscheidet?

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Die Begriffe Seele, Geist und Psyche werden häufig miteinander verwechselt oder beliebig vermischt. Aus der Perspektive von Philosophie und Religionswissenschaft, der Kulturgeschichte und Psychologie lässt Prof. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz das Wesen, Zusammenspiel und die Abgrenzung von Seele, Geist und Psyche als ein dynamisches Kunstwerk vor unseren Augen erstehen: Seele als Leben, auch empfänglich für das göttliche Leben, in tiefem Bezug zum Geist. Dieser, als „acies mentis“, Spitze und Schärfe der Seele und der Vernunft, der offen und motiviert ist, immer „auf hin“, über sich hinauszutreten: auf Sinn, das Wahre, Gute und Schöne hin.

Die Psyche, das griechische Wort für Seele, ist als Gegenstand der Wissenschaft, der Psychologie aber weniger als die Seele. Wie der Geist der Seele zugeordnet werden kann, so die Psyche zumindest teilweise dem Geist. Sie gehorcht der Kausalität der Triebwelt und reagiert auf Beschädigung von Trieben. Die Seele dagegen will in die Anschauung des Ganzen der Welt geraten und wird von etwas gezogen, auf das hin sie sich in einer gewissen Freiheit auf den Weg macht.

Univ.-Prof. em. DDr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz ist Philosophin, Sprach- und Politikwissenschaftlerin. Nach ihrer Tätigkeit als Studienleiterin auf Burg Rothenfels/Main, akademische Oberrätin am Seminar für Christliche Weltanschauung, Religions- und Kulturtheorie der Universität München, sowie als Privatdozentin in Bayreuth, Tübingen und Eichstätt, folgte eine Professur für Philosophie an der Pädagogischen Hochschule in Weingarten/Bodensee. Von 1993 bis 2011 war sie Lehrstuhlinhaberin für Religionsphilosophie und vergleichende Religionswissenschaft an der Technischen Universität Dresden. Seit 2011 ist sie Leiterin des EUPHRat (Europäisches Institut für Philosophie und Religion) in Heiligenkreuz bei Wien.

Prof. Gerl-Falkovitz ist u.a. Trägerin des Joseph-Pieper Preises, des Edith-Stein-Preises, sowie des Augustin-Bea-Preises. Die Tagespost beschreibt Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz passend als „ein Leuchtfeuer im Nebel der postmodernen Landschaft“ und „eine der wichtigsten katholischen Stimmen in Europa“.

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